Über die unangenehmen Dinge

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Über die unangenehmen Dinge

(die man auch als Selbstständige tun muss)

Ich bin wirklich gerne selbstständig. Zwar kann ich eine Selbstständigkeit
nicht uneingeschränkt jedem Menschen empfehlen, aber für Menschen wie mich
ist es definitiv eine wunderbare Art zu arbeiten: Wann man will, wo man
will, wie man will. Selbstständigkeit beinhaltet also eine riesengroße
Portion Freiheit. Mit dieser Freiheit einher geht aber auch eine sehr gro-
ße Portion Verantwortung. Sich selbst gegenüber, zum Beispiel. Ich muss
dafür sorgen, dass ich genug Geld habe, um überleben zu können. Ich muss
dafür sorgen, dass ich mich nicht überfordere (zu viel Arbeit) und mich
nicht langweile (zu wenig Arbeit). Ich muss dafür sorgen, dass es mir
gut geht, dass ich nicht vereinsame, dass ich Sachen mache, die mir Spaß
machen, dass ich mich ausruhe, wenn ich krank bin. All das muss ich selbst
regeln. Ich muss auch dafür sorgen, dass ich den Auftraggebern gegenüber
zuverlässig bin, also nicht nur gute Arbeit abliefere, sondern auch pünkt—
lich gute Arbeit abliefere. Und ich muss dafür sorgen, dass diese Auftrag—
geber wiederum zuverlässig sind — und: meine Rechnungen bezahlen.
Das alles hört sich viel an? Pah. Das ist gar nichts. Das alles macht mir
keinen Ärger, das alles kann ich, das alles ist echt okay. Eine Sache aber
macht mir echt Ärger. Und das ist: die Buchhaltung.
Ich bin jetzt über zwei Jahre selbstständig. Und ich habe es tatsächlich
geschafft, diese ganze Zeit meine Buchhaltung einfach zu ignorieren. Also
ich habe natürlich Rechnungen geschrieben (damit Geld reinkommt) und die
Umsatzsteuervoranmeldungen per Elster abgeliefert. Aber mehr nicht. Wer
sich ein klein wenig mit Steuererklärungen auskennt weiß: Tja, das war nicht
viel. Nun aber musste ich ran, meine Frist für die Ablieferung der Steuer-
erklärung 2018 (ja, 18) ließ sich nicht weiter verlängern. Und so war ich
die vergangenen Wochen damit beschäftigt, Belege zu sortieren, Rechnungen
zu suchen, auszudrucken, meinen ganzen Terminkalender durchzugehen,
Kilometer auszurechnen, Kontoauszüge durchzugehen, und dann addieren und
subtrahieren und multiplizieren undwasweißichnoch. Ganz ehrlich: Es war
nicht schön. Im Gegenteil. Es war schrecklich. Zwischendrin war ich kurz
davor, mich freiwillig ins Gefängnis zu begeben, nur um dieser qualvollen
Tätigkeit zu entkommen.
Aber was soll ich sagen? Auch das ging vorbei. Der Ordner liegt nun sicher
in besten Händen bei meiner Steuerberaterin - und ich darf endlich wieder
mal angenehme Sachen machen (wie diese Kolumne schreiben). Bis zur nächsten
Steuererklärung, klar, wobei ich hiermit feierlich gelobe, dass ich 2019
nicht so lange aufschieben werde. Und 2020 schon nebenher mitsortiere.
Eine Frage bleibt aber noch: Wie konnte das passieren? Wie kann eine so ver—
nünftige, disziplinierte und zuverlässige Person wie ich nur so ein Chaos
kreieren? Nun, ich kann da nur mutmaßen, aber ich glaube, es ist: eine Art
Abneigung.
Gegen alles, was laaaaaaaangweilig ist...

Diesen Text habe ich – sehr spontan – auf einer echten alten Schreibmaschine getippt. (Wie alle anderen Texte in diesem Blog auch.) Also: Falls Rechtschreibfehler drin sind (und ja, das sind sie), dann heißt das nicht, dass ich keine Ahnung von Rechtschreibung habe – sondern dass ich sie beim wilden Heruntertippen einfach übersehen habe. (Denn wenn sie mir sofort auffallen, verbessere ich sie noch schnell. Ja, mit Tipp-Ex. Dann drüber tippen. Funktioniert perfekt!) Aber mal ehrlich: Dafür, dass ich das hier in einem Fluss runtergeschrieben habe, sind doch gar nicht soooo viele Fehler drin, oder? 🙂

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