Über diese Kolumne

Dies ist eine Kolumne über das kreative Leben als Selbstständige, oder über das selbstständige Leben als Kreative (je nachdem, aus welchem Winkel man es betrachtet); handgetippt auf einer alten Schreibmaschine.

“Handgetippt auf einer Schreibmaschine”, was ist denn das für eine dämliche Idee – denkt ihr jetzt? Hm, ne. Ist ne super Idee. Und das kam so.

Ich bin selbstständig; ich schreibe – und ich lebe davon. Damals, als ich mich selbstständig gemacht habe, wollte ich alles komplett richtig machen. “Online-Experten” bläuen einem vor allem eine Sache ein: Du brauchst einen Blog! Suchmaschinenoptimiert! Aufgebaut aus Keywords! Unbedingt – sonst kommt kein Mensch auf deine Website!

Hochengagiert bin ich also an die Sache herangegangen, habe Onlineartikel darüber gelesen, mich durch Newsletter-Challenges gearbeitet, durch Seminare, Podcasts‚ Onlinekurse und „Summits“. Habe einen Blog begonnen (über meine Arbeit, das Schreiben, selbstverständlich – über etwas anderes darf man als Schreibende nicht schreiben, hieß es), brav jede Woche einen Artikel geschrieben, so‚ wie es diese Marketingexperten und mein wichtigtuerisches SEO-Plugin bestimmten: samt Keywords‚ Zwischenüberschriften, Bullet-Point-Listen und höchstem Lesbarkeitsindex.

Dann habe ich gemerkt: Shit, das macht ja gar keinen Spaß. Im Gegenteil. Das nervt sogar.

Also habe ich noch einmal nachgedacht. Aber anders herum. Ich habe mir überlegt: Welchen Blog würde ich eigentlich gutfinden? Und da hatte ich eine Erleuchtung. Ich liebe Kolumnen und ich liebe es, kreativ zu sein. Wie wäre es dann mit einer Kolumne über das Leben als kreative Selbstständige? Also etwas anderes als “normale” Blogs: Kolumnen, von Hand getippt, frei von der Leber weg‚ ohne Regeln, ohne Vorgaben – auf einer echten, alten‚ mechanischen Schreibmaschine.

Nun sitze ich also regelmäßig vor meiner wunderschönen Schreibmaschinen namens „Princess 300“. Sie ist über 50 Jahre alt (aber das sieht man ihr überhaupt nicht an), sie rattert und klingt und klackt und ringt – aber sie lässt mich in Ruhe. Sie sagt mir nicht, wann ich einen Absatz machen soll, wann eine Zwischenüberschrift und dass das Keyword noch dreimal auftauchen muss.

Ich fühle mich frei. Kreativ. Und ein klein wenig rebellisch.
So soll es sein. Genau so soll diese Kolumne sein.
Und das Leben, natürlich.